Nachdem der Büssing 8000 von den Modellbauern sehr gut angenommen wurde, war es natürlich ein absolutes Muss, den nächsten LKW-Oldie zu entwickeln und das wurde dann der Krupp Titan SWL 80. Pritsche, Plane, Aufbau sowie die Reifen mit den Trilex-Felgen wurden nicht neu gemacht, diese Bauteile sind mit denen vom Büssing identisch. Auch hier hatte die Geschäftsleitung anders als ich, sich für diesen LKW entschieden und nicht wie ich es vorgeschlagen hatte, für einen Mercedes oder MAN.
Was Daten, Bilder und Zeichnungen für den Werkzeugbau anging, so lief es bei diesem Modell wesentlich einfacher, da ich Unterlagen von Krupp aus Essen erhalten hatte, nur leider keine Maßzeichnungen vom Motor sondern nur Abbildungen die aus Prospekten stammten. Alles was für die Entwicklung noch fehlte, holte ich mir wieder bei Helmut Hoffmann in Oberhausen, denn er hatte alles was ich brauchte.
Als hätte er gewusst, dass ich komme, stand damals ein Krupp-Titan-Fahrgestell mit Motor auf seinem Hof. In einer seiner Hallen gab es außerdem ein Fahrerhaus, das bereits teilweise restauriert war. Über 200 Mal habe ich auf den Auslöser gedrückt und hatte danach alles, was ich für ein perfektes Modell brauchte.

Und das hatte Helmut aus dem Fahrgestell gemacht, was ich bei ihm fotografiert hatte, einen wunderschönen Krupp Titan SWL 80 in seinen Hausfarben rot und blau.
Als das Datenpaket mit Fotos und Zeichnungen geschnürt war, ging es ab zum Werkzeugmacher, aber nicht wieder nach Dänemark zur Firma Heljan, sondern einige Kilometer weiter nach Hongkong. Dort gab es Mitte der 1990er Jahre eine Firma, die ebenfalls für Revell Werkzeuge baute und auch Spritzlinge produzierte.



In dieser Ausführung kam der Krupp Titan Ende 1998 in den Handel. Der Westfälische Fernverkehr gehört der Spedition Heinrich Vogt in Dortmund und existiert noch heute. Revell hatte den Titan seit 1998 immer wieder mal aufgelegt.

Die letzte und somit auch aktuellste Ausführung des Krupp Titan brachte Revell 2013 heraus. Diese mit der Lackierung und Beschriftung der Spedition Rheinisch-Westfälisches Frachten-Kontor in Wuppertal.
Übrigens: Da damals noch kein Computer die Falten einer Plane berechnen konnte – sie entstehen durch Material, Temperatur und Witterung –, hatte ich ein Modell in doppelter Größe gebaut. Der Aufbau bestand aus Holz, auf das ich eine Schicht Ton aufgetragen und sie dann mit nassen Fingern geformt hatte. Alle Falten sind also von Hand modelliert. Nachdem der Ton getrocknet war, wurde die gesamte Plane mit einer Kopierfräse abgetastet und in das Metall gefräst. Ob Büssing, Krupp Titan oder Hanomag-Anhänger: Alle diese Modelle haben dieselbe Planenstruktur.
























